Für Ver-SUCHEN und ver-WANDELN

Posthumanes Theater Theater existiert nie wirklich. Es sind immer Versuche in eine Richtung. Denn sie entstehen in einem Paradox: jegliches Theater ist immer Mensch-gemacht. Und beinhaltet immer menschliche Perspektiven, menschliche Rahmenbedingungen, menschliche Grössenverhältnisse, menschliches Interesse. Und es wird gesehen, erfahren, konsumiert durch Menschen. Es wäre arrogant, zu behaupten, ein nonhumanes Theater wäre wirklich non-human. darin geistert ja auch irgendwie eine Annahme umher,alles mensch-gemachte wäre schlecht und wir müssten uns nur wieder der Natur zuwenden, dann würde sich alles lösen. Nein, hier geht es nicht um solche Ideen. Hier es geht um eine Integration von mehreren Perspektiven -meist ist es eher ein Aufeinanderprallen von Perspektiven, von den Perspektiven Anderer, ein Zusammenkommen, ein sich-auf-einander-einlassen, austauschen – und manchmal auch wieder auseinander gehen.

Über Jahrhunderte hinweg hat der Mensch probiert, sich aus seinem Körper zu entmaterialisieren- transhumanisieren. Sein Hirn in neue – andere Körper zu verpflanzen. Neue Wahrnehmungen zu generieren- körperlose sogar. Ein kleiner Teil dieser Fantasie schwingt hier mit. Ist es möglich, dass wir in die Haut (und ich meine das jetzt so körperlich wie nur irgendwie möglich) schlüpfen? Dass wir zu Käfern werden, zu Untoten, zu Schwänen, zu Minotauren, zu in Bäume verwandelte Nymphen…. Nun, wir können es uns nur vorstellen (aber sag niemals nie). Dennoch diese Vorstellungen alleine haben transformatorisches Potenzial. Denk-Ansätze haben realitäts-veränderndes Potenzial: Gedanken alleine verändern noch nicht die Welt. Aber wie wir sie wahrnehmen.öööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööö-ö.ö-Könnte ich doch auf einmal in die Existenz eines Materials eintauchen. Wie ist es, ein Stein zu sein? Mehr noch, wie ist es, als und in Stein zu denken? Ich lag eines morgens wach im Bett – sehr früh! – und versuchte es mir vorzustellen. Wie wäre es, Holz zu sein? Als Baum zu wachsen, den Wind zu spüren, Wasser mit meinen Wurzeln aufzusaugen. Oder wie ist das Leben so als Plastik? Da fiel mir plötzlich meine eigene Dummheit und Ignoranz auf. Ich war doch schon lange Material. Konnte gar nicht anders sein. Nur weil ich mir dieses Material selbst nie gegenüberstellen kann – ich kann mir ja nicht ein Bein abschneiden und es mir auf einem Sockel in einem Ausstellungsraum gegenüberstellen. Nein, ich bin immer verbunden, verwoben in meinem Material und erkenne es deshalb gar nie richtig.

Wir müssen hier nicht naiv sein – aber träumerisch. Dass man etwas nie vollständig erreichen kann, heisst nicht, dass man es nicht versuchen soll. Und dass dabei vielleicht sogar die spannenderen, in ständiger Metamorpho-se entstehenden Arbeiten auftauchen, ist möglich. Es geht um Suchen und versuchen. Um den Zustand von Nicht-wissen, von Anders-wissen, von Infrage-Stellen, hinterfragen-also nach hinten fragen und nicht nur von vorne. Es geht ums Scheitern. 

 

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